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Deoxynivalenol
in Teigwaren - Gehalte in roher und gegarter Ware
I.
Bockhorn, A.Bockhorn, S.Pohler - Sofia-GmbH
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Problemstellung

In einem noch inoffiziellen Dokument
fordert die EU -Kommission Maßnahmen zur Reduzierung von Fusarien
-Toxinen in Getreide und Getreideprodukten. Als empfohlene Aktionswerte
für DON gelten: - 0,5 mg/kg für verzehrsfertige Lebensmittel
und - 0 ,75 mg/kg für Mehl, das in Lebensmitteln weiterverarbeitet
wird.
Aus diesem Anlass
haben wir im April und Mai d. J. 29 Proben Teigwaren im Berliner
Einzelhandel gekauft und deren DON -Gehalt mit HPLC-DAD und GC-MS
bestimmt. Dabei war nicht nur die Belastung der Rohware von Interesse,
sondern auch die der verzehrsfertig zubereiteten Nudeln. Um den
Verbleib des Mykotoxins während des Garens zu klären,
wurde zusätzlich das Kochwasser aufgearbeitet und untersucht.
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Methode

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Extraktion 1,2)
10g Probe + 40ml
Acetonitril/H2O (84:16)
1,5h Schütteln,
anschliessend filtrieren
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Diese Methode ist
in Verbindung mit HPLC-DAD Detektion geeignet zur Bestimmung von
DON in Getreide, Mehl, Teigwaren, Brot, Cornflakes. Bei komplexeren
Lebensmitteln wie Müsli, Kuchen und Keksen treten im UV-Chromatogramm
jedoch zu viele Störpeaks auf, so dass falsch positive Ergebnisse
gefunden werden. Für solche Proben ist die Messung mit GC -MS
die Methode der Wahl. Die Wiederfindungsraten für beide
Methoden liegen zwischen 80-90%.
Geräte und Parameter HPLC:
Waters -Anlage bestehend aus Pumpe, Entgaser, Autosampler, Säulenofen
(28°C) und Diodenarraydetektor (220 und 230nm) Säule:
Hypersil 5µ, 125x3mm i.D. Eluent: Wasser/ Acetonitril (93:7)
mit 0,7 ml/min
GC -MS: MSD 5971 mit GC
5890 II, mit ALS 5973B und Chemstation Software (alles HP) MS
-Parameter: Transferline 280°C, Quellentemp. 18 5 °C, 70eV
EI SIM: 100 ms/ion; DON: m/z 512, 497, 295, 235 Int. Std.
(Hydroxyprogesteron) m/z 402, 387, 312 GC -Parameter: 30m HP5
-MS, 0,25mm i.D., 0,25µ Filmdicke Trägergas Helium
5.0, const. Flow 0,7ml/min Inj.Temp.: 250°C Ofentemp.:
70°C (2min) - 15°C/min - 310°C (10min) Inj.Vol.:
2µl Derivatisierungsreagenz: Silylierungsmischung II nach
Horning (Fluka)
Literatur -
Trucksess et al.: JAOAC Int. 81,4 (1998) 880-885 - Walker and
Meier: JAOAC Int. 81,4 (1998) 741-748
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Aufreinigung
und Konzentrierung 1,2)
Filtrat über
Al2O3/Celite/Aktivkohle
-Säule geben
2x 1ml Eluat
im N2-Strom bei 60°C abblasen
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Für HPLC
Rückstand
in 200 µl Eluent aufnehmen 30µl injizieren
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Für GC -
MS
mit 100µl
int.Standardlsg. und 100µl Silylierungsreagenz versetzen,
10 min RT
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Ergebnisse

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DON - Belastung der
Proben aus dem Einzelhandel Tabelle 1 verdeutlicht, dass
die Mehrzahl der Proben nur eine sehr geringe Belastung mit DON
aufweist. Allerdings lagen drei Proben mit 0,67 mg/kg, 0,75
mg/kg und 0,84 mg/kg deutlich über dem o.g. Aktionswert.
Tab.1
DON -Gehalte der Einzelhandelsproben (n=29)
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DON
- Gehalt [mg/kg]
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Probenzahl n=29
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Anteil [%]
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u.B. (<0,03)
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13
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45
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0,03-0,2
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8
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28
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0,2-0,5
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5
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17
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>0,5
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3
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10
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DON - Gehalt in verzehrsfertigen
Teigwaren Jeweils 100g einiger deutlich belasteter Teigwaren
wurden in 1L Wasser 10 min gegart, homogenisiert, getrocknet und
aufgearbeitet. Um den Verbleib des Mykotoxins zu klären,
wurden 10ml Kochwasser eingedampft und ebenfalls aufgearbeitet.
Der DON-Gehalt in der Rohware (=100%) wurde durch den Garungsprozess
deutlich gesenkt, so dass in den verzehrsfertigen (getrockneten)
Nudeln nur noch 20-40% der Ausgangsmenge enthalten waren (Tabelle
2). Die Überprüfung des DON -Gehaltes im Kochwassers
zeigte, dass DON durch den Kochprozess offenbar nur zu einem geringen
Teil zerstört wird. Eine weitergehende Aussage soll hier auf
Grund der erheblichen Schwankungen und geringen Probenzahl nicht
formuliert werden.
Tab.2
DON -Gehalte [mg/kg bzw. L] und prozentuale Anteile vom Ausgangswert
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Rohware [mg
DON/kg]
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Verzehrfertige
Nudeln [mg DON/kg i. TM] [%]
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Kochwasser [mg
DON/L] [%]
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1,23
0,96
0,84
0,80
0,75
0,67
|
0,42
0,37
0,16
0,17
0,15
0,25
|
34
38
19
21
20
37
|
0,52
0,61
0,33
0,67
0,58
0,23
|
42
62
39
84
77
34
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Mittelwerte
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28
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56
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Vergleich der HPLC - DAD
und GC - MS Ergebnisse In Tabelle 3 sind exemplarisch einige
der Proben aufgelistet, die nach der HPLC - Analyse einen Gehalt
>0,03mg/kg (=Bestimmungsgrenze) aufwiesen. Die Gegenüberstellung
der Daten aus beiden Messverfahren in Tabelle 3 verdeutlicht eine
gute Übereinstimmung, wobei die mit GC -MS bestimmten Werte
i.d.R. etwas niedriger als die HPLC -Werte liegen. Die Bestimmungsgrenze
der GC -MS -Methode liegt um den Faktor 2 -3 niedriger als die der
HPLC -Bestimmung.
Tab.3
Vergleich der HPLC -DAD und GC -MS Ergebnisse für ausgewählte
Proben
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Probe
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HPLC-DAD [mg
DON/kg]
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GC
- MS [mg DON/kg]
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1
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0,33
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0,30
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2
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0,42
|
0,37
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3
|
0,40
|
0,26
|
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6
|
0,03
|
0,01
|
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7
|
0,18
|
0,07
|
|
10
|
0,84
|
0,71
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11
|
0,25
|
0,16
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Zusammenfassung

Mit
einer einfachen und kostengünstigen Aufarbeitungsmethode wurde
der DON - Gehalt in 29 Proben Teigwaren aus dem Einzelhandel (April/Mai
01) untersucht. Jeweils 45% der Proben waren unbelastet bzw.
enthielten weniger als 0,5mg/kg. Drei Proben überschritten
diesen Wert. In gegarten Teigwaren ließ sich noch 20 -40% der
in der Rohware enthaltenen Menge nachweisen.
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